Interview mit Thomas Zwick und Markus Jäger-Hott

"Ein starkes Team IGM im Betriebsrat ist unabdingbar."

25.02.2026 | Wieso kandidieren Metallerinnen und Metaller bei den Betriebsratswahlen 2026? Wir haben bei einigen nachgefragt. Thomas Zwick und Markus Jäger-Hott sind Betriebsratsvorsitzende bei Daimler Truck in Wörth. Die beiden blicken auf ein anstrengendes Jahr zurück und wissen, warum eine starke IG Metall Verankerung im Betriebsrat wichtig ist.

Hallo Thomas!
4 Jahre sind vorüber, wie fällt dein Rückblick aus?

Thomas: Die Zeit war voller Herausforderungen. Die Corona-Pandemie ging zu Ende und Programme wie Stream und Columbus in den Angestelltenbereichen waren präsent. Die Montage litt unter der Lieferkettenproblematik. Diese Legislaturperiode lehrte uns, dass die Welt nicht mehr so ist wie vor der Pandemie.
Für mich persönlich war das letzte Jahr das mit Abstand schwierigste seit meiner Zeit hier im Betriebsrat.


Wie hast du die 4 Jahre erlebt, Markus?

Markus: Zu der Vielzahl von Themen am Standort habe ich persönlich auch viel Neues in meinen ersten 4 Jahren lernen dürfen. Dies war für mich eine neue Erfahrung und hat mich gefordert, aber auch gestärkt. Gerade im letzten Jahr durch die Abwesenheit von Thomas hatte ich viel Verantwortung zu tragen.


Was war so anspruchsvoll für euch beide im Jahr 2025?

Thomas: Die Transformation und die neue Strategie des Unternehmens stellte uns vor das größte Sparprogramm der Unternehmensgeschichte. Die Verhandlungen gingen für mich an meine Grenzen. Es war ein langes Tauziehen über 5 Monate. Ich denke allerdings, am Ende hat sich die eingebrachte Energie bezahlt gemacht. 
Beschäftigungs- und Standortsicherheit bis 2035, einmalig in der Republik.

Markus: Ich konnte Thomas den Rücken freihalten und musste dafür allerdings die örtlichen Themen besprechen und zur Umsetzung bringen. Ich wurde hierbei sehr von meinen IGM-Betriebs­räten unterstützt, was zu guten gemeinsamen Ergebnissen führte.


Thomas, wie würdest Du den entstandenen Kompromiss zu CDE bewerten?

Thomas: Die Maßnahmen bestehen aus einem Mix aus individuellen und kollektiven Belastungen und sind aus meiner Sicht individuell verkraftbar.

Wenn man sieht, wie in Deutschland immer mehr Arbeitsplätze in der Automobilindustrie verloren gehen, bzw. ins Ausland verlagert werden, bin ich froh und auch ein wenig stolz, dass wir das WERK WÖRTH auch weiterhin als Volumenwerk abgesichert haben und somit Beschäftigung hier in der Region halten.


Markus, wie sicher ist dies geregelt?

Markus: Erstmals bei Daimler Truck bündeln wir die wichtigsten Regelungen aus dem ­Gesamtpaket in einem IG Metall Zukunftstarifvertrag. Der Zukunfts­tarifvertrag sorgt für mehr Verbindlichkeit und gewährt den Beschäftigten mehr Durchsetzungsrechte als eine Betriebsvereinbarung.


Lasst uns mal nach vorne schauen, was sind eure Ziele?

Thomas: Zuerst wird uns die Umsetzung der Kostenziele beschäftigen. Die Vereinbarungen sind zwar geschrieben, aber die Arbeit hört damit nicht auf. Ich will einen fairen und respektvollen Umgang für alle Kolleginnen und Kollegen und erst recht für die, die durch Effizienzmaßnahmen betroffen sind. 

Markus: Auch die Transformation bietet neue Chancen. Elektro und Wasserstoff müssen zu neuen Jobprofilen und zu persönlicher Weiterentwicklung führen, dafür setze ich mich ein. Wir brauchen bei Truck gute Produkte, Investitionen an unserem Standort und müssen Marktanteile zurückgewinnen. All das darf nicht zu Lasten unserer Kolleginnen und Kollegen gehen, sondern im Gegenteil dafür sorgen, dass sie auf sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze zählen können.


Was würdet ihr als Schlusssatz wählen?

Um den Herausforderungen der nächsten 4 Jahre gerecht zu werden, ist ein starkes Team IGM im Betriebsrat unabdingbar. Nur geschlossen und mit gemeinsamer Kraft können wir mit den Kolleginnen und Kollegen die Themen angehen.
 

Von: ll

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