Neujahrsempfang der IG Metall Landau

Fokus auf sichere Arbeitsplätze, starke Mitbestimmung und faire Einkommen

20.01.2026 | Am 20. Januar 2026 begrüßte die IG Metall Landau rund 100 Gäste zum traditionellen Neujahrsempfang im Gloria Kulturpalast. Unter den Teilnehmenden waren zahlreiche aktive Betriebsräte und Vertrauensleute sowie politische Vertreterinnen und Vertreter von CDU, SPD, FDP, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und Volt.

Rückblick auf ein herausforderndes Jahr

Der 1. Bevollmächtigte Marc Tinger blickte in seiner Rede auf das turbulente Jahr 2025 zurück. Besonders die Schließung von Nolte Möbel mit ehemals über 1.400 Beschäftigten habe gezeigt, wie verletzlich industrielle Arbeitsplätze in der Region seien.
„Industrielle Arbeit ist keine Selbstverständlichkeit. Sie braucht starke Mitbestimmung und eine starke IG Metall“, betonte Tinger.
Gleichzeitig hob er Erfolge hervor – etwa neue Vereinbarungen zur Beschäftigungssicherung bei Daimler Truck Wörth und Mercedes‑Benz GLC Germersheim, die vielen Beschäftigten langfristige Stabilität bieten.
 

Betriebliche Lage in der Südpfalz: Große Herausforderungen

Die betrieblichen Berichte aus der Region machten deutlich, wie unterschiedlich die Situationen in den Unternehmen derzeit sind:

  • Tenneco Edenkoben: Bereits jeder vierte Arbeitsplatz wurde abgebaut – ohne Widerstand des CGM‑dominierten Betriebsrats. Nach den nächsten Betriebsratswahlen will die IG Metall aktiv Maßnahmen zur Beschäftigungssicherung anstoßen.
  • Wickert Maschinenbau (Landau): Über Weihnachten erhielten 30 Beschäftigte die Kündigung. Ohne Betriebsrat konnte kein Sozialplan durchgesetzt werden. Die IG Metall wird am 21. Januar direkt vor Ort informieren.
     

Haustarifverhandlungen: Kampf für gerechte Löhne

  • Berger Metallwaren (Berg): Erster Warnstreik in der Firmengeschichte. Viele Löhne liegen nur knapp über dem Mindestlohn, das bisherige Angebot des Arbeitgebers wurde als nicht akzeptabel zurückgewiesen.
  • Riwald Lustadt: Auch hier werden Beschäftigte niedrig entlohnt. Für die kommenden Verhandlungen fordert die IG Metall eine Entgelterhöhung von 8,5 Prozent.
     

Marc Tinger machte deutlich, dass in der Südpfalz noch immer 7.000 bis 8.000 Beschäftigte ohne jegliche Form betrieblicher Mitbestimmung arbeiten. Das will die IG Metall 2026 ändern: Ziel ist die Gründung zahlreicher neuer Betriebsräte.
 

Politik in der Verantwortung

In Richtung der anwesenden Politikerinnen und Politiker formulierte Tinger einen klaren Appell:
„Wir brauchen Politik, die Arbeitsplätze verteidigt. Die IG Metall tut das längst – und wir sind eine starke Stimme in der Südpfalz.“
Im Zentrum stehe dabei: Respekt, Würde und gute Arbeit, von der Familien leben können.
 

Zentrale Aufgaben 2026

Für das neue Jahr kündigte die IG Metall drei große Schwerpunkte an:

  1. Betriebsratswahlen 2026 und Neugründungen von Betriebsräten – entscheidend für demokratische Mitbestimmung, gute Arbeit und wirksame Schutzmechanismen wie Sozialplan und Interessenausgleich.
  2. Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie im Herbst – richtungsweisend für Einkommen, Kaufkraft und Zukunftssicherheit der Beschäftigten.
  3. Der verstärkte Einsatz für Beschäftigungs- und Standortsicherung. 
     

Ein Abend des Austauschs und des Zusammenhalts

Der Neujahrsempfang endete mit vielen intensiven Gesprächen und der klaren Botschaft:
„Wir halten zusammen. Wir bestimmen mit. Und wir kämpfen für die Zukunft unserer Region.“

Von: as

Unsere Social Media Kanäle