09.02.2026 | Wieso kandidieren Metallerinnen und Metaller bei den Betriebsratswahlen 2026? Wir haben bei einigen nachgefragt. Den Anfang macht Silke Haag, die seit vielen Jahren in der IG Metall aktiv ist, unter anderem in der Vertrauenskörperleitung, in unserem Ortsvorstand und im GLC Germersheim als stellvertretende Betriebsratsvorsitzende.
Warum hast du für das Amt der stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden kandidiert und was treibt dich an?
Silke: Ich habe kandidiert, weil ich fest daran glaube, dass man Dinge nur dann verändern kann, wenn man bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Die Arbeit im Betriebsrat ist unglaublich vielseitig – und genau das reizt mich. Ich möchte nicht nur begleiten, sondern aktiv mitgestalten und etwas für die Kolleginnen und Kollegen bewegen.
Was mich antreibt, ist der Wunsch, eine stärkere Stimme zu sein, zuzuhören, Brücken zu bauen und gemeinsam Lösungen zu finden. Ich möchte Themen konstruktiv voranbringen und zeigen, dass Engagement etwas bewirken kann.
Ein ganz persönlicher Antrieb ist für mich auch meine Rolle als Mutter. Mir ist es wichtig zu zeigen, dass Verantwortung, Einsatz und Führungsaufgaben sich mit Familie vereinbaren lassen. Diese Perspektive bringe ich bewusst mit ein – um Veränderungen mitzugestalten, die nah an der Realität sind, familienbewusst gedacht und gleichzeitig zukunftsorientiert.
Im GLC treten verschiedene Listen zur Betriebsratswahl an. Wie schätzt du das ein?
Silke: Grundsätzlich war für mich eine Persönlichkeitswahl der bevorzugte Weg. Ich finde es wichtig, dass jede und jeder, der sich aktiv beteiligen und Verantwortung übernehmen möchte, auch kandidieren kann. Deshalb haben wir auch jedem Mitglied er IG Metall angeboten, sich bei uns zur Wahl zu stellen, nachdem klar war, dass andere eine Listenwahl forcieren. Bei uns hatte jedes Mitglied – und damit ein großer Teil der Beschäftigten des GLC – die Möglichkeit, die Zusammensetzung unserer Liste zu bestimmen.
Meine Haltung klar: Für mich gibt es inhaltlich nur eine Liste und das ist die IG Metall. Sie steht für eine starke, verlässliche und erfahrene Interessenvertretung der Beschäftigten. Sie steht für Tarifbindung und Beschäftigungssicherung. Ohne unsere starke Gewerkschaft im Rücken wäre das nicht möglich.
Du bist seit Jahren in der IG Metall aktiv – unter anderem in der Vertrauenskörperleitung und im Ortsvorstand. Warum ist eine starke Gewerkschaft für dich als Betriebsrätin so wichtig?
Silke: Für mich bedeutet eine starke Gewerkschaft vor allem Rückhalt. Zu wissen, dass man nicht allein steht, sondern Teil einer Gemeinschaft ist, die zusammenhält und sich gegenseitig stärkt, gibt mir im Betriebsratsalltag enorme Sicherheit. Gerade wenn Entscheidungen schwierig sind oder Konflikte entstehen, ist dieser Rückhalt unglaublich wertvoll.
Was ich besonders schätze, ist der schnelle und direkte Austausch mit der IG Metall. Themen können früh eingeordnet werden, Fragen bleiben nicht unbeantwortet, und ich kann auf fachkundige Menschen zurückgreifen – egal ob es um rechtliche, tarifliche oder strategische Themen geht. Dieses Wissen im Hintergrund macht handlungsfähig und gibt Vertrauen in das eigene Tun.
Auch die politische Unterstützung der IG Metall spielt für mich eine große Rolle, denn viele Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam und auf einer größeren Ebene bewegen. Für mich gehören Betriebsrat und Gewerkschaft ganz klar zusammen – weil wir nur gemeinsam stark sind und die Interessen der Beschäftigten wirksam, nachhaltig und mit Überzeugung vertreten können.